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Der Uhu - Vogel des Jahres 2005

NABU NRW: Bestand in Nordrhein-Westfalen ist erfreulich stabil

Düsseldorf - Wer ihn jemals in freier Natur gesehen hat, vergisst diesen Anblick nie: Mit 70 cm Körpergröße und einer beeindruckenden Spannweite der Flügel von 160 bis 180 cm ist der Uhu die größte Eule weltweit! Allerdings gehört schon eine gute Portion Glück zu solch einem Erlebnis: Er ist selten, sehr scheu und jagt in den späten Dämmerungsstunden bzw. bei Einbruch der Dunkelheit. Tagsüber sitzt er regungslos in Höhlungen und in Felswänden oder auf hohen Bäumen und schlummert. Nun ist Bubo bubo, so sein lateinischer Name, vom NABU zum Vogel des Jahres 2005 gekürt worden.


(Foto: NABU/ M. Delpho)

Der Uhu war in der Mitte des letzten Jahrhunderts in Deutschland fast ausgerottet. Als Nahrungskonkurrent und angeblicher Schädling wurde er rücksichtslos verfolgt. Auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten steht er unter der Kategorie "gefährdet". Heute leben in Deutschland dank großer Anstrengungen von Naturschützern wieder etwa 800 Brutpaare. In Nordrhein-Westfalen gibt es zurzeit mit 120-140 Brutpaaren wieder eine stabile Population. Mitte des 20.Jahrhunderts galt der Uhu hier als ausgestorben. In den 70er und 80er Jahren halfen Wiederansiedlungsprogramme dem Uhu in NRW auf die Beine.

Zum Brüten brauchen Uhus hauptsächlich felsiges Gelände, Gruben und Steinbrüche. Sie bauen keine eigenen Nester, sondern scharren eine Brutmulde an Felsvorsprüngen, auf Gesteinspodesten, in Nischen und Höhlen. Die Plätze müssen freie Anflugsmöglichkeiten und einen guten Überblick über das Gelände bieten. Gerne nutzt er auch Wanderfalkenhorste als Nistgelegenheit. Dank günstiger Lebensbedingungen findet sich der Uhu in NRW heute wieder in der Eifel, im Bergischen Land und im Hochsauerlandkreis. Hier hat er seine stärkste Verbreitung. Auch in der Westfälischen Bucht, im Teutoburger Wald und im Siegerland haben sich einige Paare angesiedelt.
Sein Jagdrevier erstreckt sich etwa 5 km um seinen Horst, das Beutespektrum ist breit: Auf seinem Speiseplan stehen überwiegend Mäuse, Ratten, Igel, Kaninchen, gelegentlich Fuchswelpen. Und er jagt auch Vögel wie Ringeltauben, Elstern, Krähen bis hin zur Größe eines Bussards.


(Foto: NABU Siegen-Wittgenstein)

Es bleibt zu hoffen, dass dieser prächtige Jäger der Nacht überlebt: Denn sein Bestand ist immer noch nicht gesichert, vielmehr ist die Fortführung der Schutzmaßnahmen weiterhin erforderlich. Gefährdet ist der Uhu besonders durch Störungen am Brutplatz (Freizeitaktivitäten) und gezielte Verfolgung. Stromschlag an Masten, Tod durch Straßen- und Schienenverkehr sowie vergiftete Mäuse und Ratten sind weitere Gefährdungsursachen.

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Für Rückfragen:
Birgit Königs, Pressestelle NABU NRW Tel.: 0211-15 92 51-14

 

Quelle: www.nabu.de