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Wenn unsere Fledermäuse ins Schwärmen geraten

Zwischen Anfang und Mitte August geraten junge Zwergfledermäuse bevorzugt ins „Schwärmen“. Die Zwergfledermaus, unsere kleinste Fledermausart, hat sich dem Menschen hervorragend angepasst. Sie genießt schon seit vielen Jahrhunderten die behaglichen Nischen und Spalten unserer Häuser. Im zarten Alter von 4 Wochen unternehmen die Jungtiere ihre ersten Ausflüge in die nähere Umgebung. Während dieser Zeit des Forschungsdranges geschieht es manchmal, dass ein geöffnetes Fenster ihre Neugierde weckt. Dieses angeborene Verhalten hilft den unerfahrenen Jungtieren, neue Quartiere aufzufinden. Die kleinen Säuger sind bei der zufälligen Begegnung mit dem Menschen meist mehr erschreckt, als dieser.

Keine Angst bitte, wenn eine Fledermaus in der Gardine hängt. Freuen Sie sich lieber, dass diese Tierart sich in Ihrer Umgebung findet und verhelfen sie dem verirrten Tier wieder artgerecht und ohne Hektik in die Freiheit
(Foto: NABU Siegen-Wittgenstein)

In solch einem Fall ist es wichtig, zu wissen, dass Zwergfledermäuse vollkommen harmlos sind. Als ausschließliche Insektenfresser verzehren sie 3000 – 4000 Mücken innerhalb einer Nacht! Gerade die Zwergfledermaus trägt mit ihrem Appetit dazu bei, dass die kleinen Plagegeister nicht überhand nehmen. Fledermäuse sind also weder Mäuse, die alles anknabbern, noch Vampire, die sich am menschlichen Lebenssaft laben!

Wie gehe ich vor, wenn eine Fledermaus in der Wohnung ist?

Lassen sie das Tierchen einfach in Ruhe bis zur Dämmerung hängen. Vor Sonnenuntergang ist die Zwergfledermaus kaum motiviert, ihr Übergangsversteck zu verlassen, da sie aufgrund ihrer gedrosselten Körpertemperatur in einen Halbschlaf verfällt. Gegen Abend wird das Fenster weit geöffnet und das Licht im Zimmer abgeschaltet. Meist nutzt die Fledermaus das Tor in die Freiheit innerhalb kurzer Zeit. Sollte das sich Tier in seiner neuen Behausung so wohl fühlen, dass es diese am nächsten Morgen immer noch nicht verlassen hat, wird die Zwergfledermaus nach Sonnenuntergang mit Hilfe eines Handschuhs (verängstigte Fledermäuse zwicken durchaus mal!) behutsam auf das Fensterbrett gesetzt und das Fenster hinter ihr geschlossen. Dann hat sie die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wann sie die zugige Abflugrampe verlassen möchte. Keinesfalls sollte die oftmals noch klamme Fledermaus in die Luft geworfen werden! Mitunter fällt sie einfach zu Boden und verletzt sich schwer!

Sollten Sie weitere Fragen zu Fledermäusen bzw. Interesse an der neu erschienenen NABU-Waldfledermaus-Broschüre oder sonstigem Info-Material haben, können Sie sich gern an die NABU-Fledermaus-Infotelefone wenden.

Weitere wichtige und ausführliche Informationen über Fledermäuse finden sich unter der Rubrik Natur-Tipps und anderen Seiten dieser Homepage.