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Verletzte Fledermaus gefunden - was tun?

Ohne zu murren waren sogar die Kinder der Familie Schäfer damit einverstanden, an diesem Sonntagnachmittag einen Spaziergang durch den Wald zu unternehmen. Das Wetter war einfach zu schön, um in der Bude zu hocken. Der unebene Waldweg zwang allerdings zum Aufpassen wo man hintrat. Gerade dieser Aufmerksamkeit war es zu verdanken, dass der Jüngste eine auf dem Weg krabbelnde Fledermaus entdeckte. Sind sie nicht nachtaktiv? Außerdem fliegen sie doch normalerweise. Der eindeutige Familienbeschluss lautete: „Das Tier ist verletzt“ ! Aber was nun? Zufällig erinnerte sich Herr Schäfer an die Waldfledermaus-Broschüre, die noch von der letzten Fledermaus-Exkursion, an der er teilgenommen hatte, in der Seitentasche seines Rucksackes stecken musste. Im Zeitalter des Handys war es nun ein Leichtes eine von den auf der Rückseite der Broschüre stehenden Telefonnummern zu wählen. So wurde ihm empfohlen sein Taschentuch zu nehmen, das verletzte Tier damit vorsichtig hochzuheben und Zuhause in einen Karton zu setzen, der zuvor mit etwas Küchenrolle ausgestattet wurde, damit es sich in den Falten verstecken konnte. Nach dem Schließen des Kartons erhielt der Sonntagnachmittag-Ausflug nun ein ganz anderes Ziel, nämlich die NABU-Pflegestation für Fledermäuse, in der das Tier dann fachkundig versorgt wurde.

Verletzter Fledermaus-Pflegling in seinem Wohnbehälter
(Foto: Stefan Tietjen)

Seit der Gründung dieser Station, vor 2 Jahren, konnten mittlerweile ca. 20 Fledermäuse aufgepäppelt und erfolgreich wieder ausgewildert werden. Die Pflege von Wildtieren wird viel diskutiert. Nach Auffassung von Stefan Tietjen macht sie für Fledermäuse aber durchaus Sinn, da es sich hier um eine vom Aussterben bedrohte Tiergruppe handelt und die einzelnen Vertreter zudem bis zu 30 Jahre alt werden können. Die Pflege von verletzten bzw. kranken Fledermäusen oder auch verwaisten Jungtieren ist meist mit einem großen Aufwand verbunden und nicht ganz einfach. Hinzukommend darf sie, auf Grund der Unterschutzstellung dieser Tiergruppe, nur von Personen durchgeführt werden, die eine behördliche Ausnahmegenehmigung besitzen. Die vielseitigen Aufgaben innerhalb der Station werden zur Zeit ehrenamtlich durchgeführt. So gilt es z.B. bei den noch muttermilchabhängigen Jungtieren alle zwei Stunden zu füttern, Entzündungen und Verletzungen mit Salben und Verbänden zu versorgen sowie entkräfteten Tieren Mehlwürmer und Wasser anzubieten. Zudem ist es ein wichtiger Teil der Arbeit die Flügelmuskulatur von Fledermäusen, die längere Zeit nicht flugfähig waren, durch Übungen zu stärken. Diese Maßnahme wird derzeit in einem kleinen Raum auf dem Dachboden durchgeführt. Angebracht wäre hier eine Freiflug-Voliere, deren Errichtung bisher aber an den finanziellen Möglichkeiten scheiterte.

Des Weiteren sind wir gerne jederzeit bereit Fragen zum Thema Fledermäuse zu beantworten oder auch spezielle Problemlösungen gemeinsam mit Ihnen zu finden. Zu erreichen sind wir über das Fledermaus-Infotelefon , das sich aus dem NABU-Kreisverband (Ansprechpartner Christian Sebening, Tel: 02753/604681 oder 0173/2517259), der Biologischen Station Rothaargebirge (Ansprechpartner Michael Frede, Tel.: 02753/598330) und dem Umweltamt der Stadt Siegen (Ansprechpartner Dr.Martin Wiedemann, Tel.: 0271/4043447) zusammensetzt.

Weitere wichtige und ausführliche Informationen über Fledermäuse finden sich unter der Rubrik Natur-Tipps und anderen Seiten dieser Homepage.