Das Naturschutzgebiet FinkentalStellvertretend für etliche hervorragende Pflanzenstandorte, um die sich die Wittgensteiner Untergliederung des NABU erfolgreich bemüht hat, sei das NSG Finkental bei Richstein vorgestellt.
Schon in den 70er Jahren, als wir noch vorzugsweise auf gefährdete Tiere fixiert waren, wurden wir auf das botanische Kleinod aufmerksam. Hier wuchsen noch Hohe und Echte Schlüsselblumen, Katzenpfötchen, Deutscher Ginster, Vermeinkraut, Natternzunge, Grünliche und Weiße Waldhyazinthe und andere Orchideenarten, Arnika, Golddistel, Feld-Enzian - um nur die Highlights zu nennen; Planzenarten der Magertriften, wie sie früher auf ungedüngten "Außenfeldern" weit verbreitet waren. War es der Grenzeffekt zu Hessen oder schlicht das botanische Interesse der Lebensgefährtin des Landwirts, die dieses Relikt einer längst vergangenen Kultur überstehen ließ? Jedenfalls war Eile geboten. Der Bauer hatte kein Interesse mehr an der Nutzung und wollte aufforsten. In einem Bereich standen bereits Fichten. Unser Antrag auf Ausweisung als NSG scheiterte unverständlicherweise. 1982 gelang es uns, etwa 5 ha des Kernbereichs auf 15 Jahre zu pachten. Die Finanzierung gelang über einen Verein namens "Bio-Insel" und die "Gesellschaft zum Schutz bedrohter Pflanzen". Im April des Jahres bauten zahlreiche Vereinsmitglieder unter Leitung von Erhard Benfer einen Stacheldrahtzaun um das Gelände, damit Rinder weiden konnten. In den folgenden Jahren fuhren wir mehrere Arbeitseinsätze zur Entbuschung des Geländes. Schlehen, Weißdorn und Ginster hatten sich vor der Beweidung zu stark ausgebreitet. 1991 kam dann überraschend die Unterschutzstellung "von oben". Zu diesem Zeitpunkt überflüssigerweise, da der Pachtvertrag bis 1997 lief. Immerhin wurden 14,8 ha als NSG ausgewiesen, das Gelände vom Kreis gekauft und über 12,5 ha Extensivierungsverträge abgschlossen. Auch übernimmt der Pflegetrupp des Kreises inzwischen die Entbuschungsarbeiten. (Quelle u.a.: DÜSSEL, H. (1991): Naturschutzgebiete. (Dokumentationsreihe des Kreises) Siegen. S.247) Monika Münker-Kunze, NABU |


