Orchideen im Naturschutzgebiet Loher TalDen Anblick von vier verschiedene Orchideenarten konnten die zahlreichen Teilnehmer der pflanzenkundlichen Wanderung im Naturschutzgebiet Loher Tal genießen. Zwei der Orchideen, das Breitblättrige Knabenkraut und das Gefleckte Knabenkraut, standen in voller Blüte und boten den Naturfreunden einen bezaubernd schönen Anblick. Besonders das Breitblättrige Knabenkraut stellt eine Rarität dar und steht hoch auf der Roten Liste der schützenswerten Pflanzen Nordrhein-Westfalens.
Dr. Hartmut Müller erläutert die Pflanzenwelt im NGS Loher Tal Geführt wurde die Wanderung von den NABU - Mitgliedern Dr. Hartmut Müller (Kreuztal) und Gustav Rinder (Siegen). Sicherlich war der Anblick der herrlichen Knabenkräuter, welche sich auf einer feuchten Wiese des Loher Tals entfalten konnten, der Höhepunkt der Exkursion, die vom NABU Siegen-Wittgenstein gemeinsam mit dem Forstamt Hilchenbach durchgeführt wurde. Das Naturschutzgebiet Loher Tal zeichnet sich allerdings noch durch viele weitere Besonderheiten aus. Eine dieser Besonderheiten ist das Vorkommen von fünf verschiedenen Spechtarten, wie zum Beispiel dem selten gewordenen Schwarzspecht, dessen Auftreten auf alte Buchenbestände schließen lässt.
Auf der Nahaufnahme erkennt man die Orchidee und ihre Verwandtschaft mit den großen Vettern aus subtropischen Lebensräumen Nachdem an alle Natur- interessierten appelliert worden war, nicht zu nahe an eine alte Buche heranzugehen und auch in der Zukunft nicht zu stören, zeigte Dr. Hartmut Müller vom NABU der staunenden Gruppe eine seit Jahren bewohnte Schwarzspechthöhle. Das NSG Loher Tal ist sehr feucht, weil es von zwei Bächen durchzogen wird und sich mehrere Teiche in ihm befinden. Die Feuchtgebiete sind Lebensraum für zahlreiche Amphibien. Vor allem die Bäche beherbergen Feuersalamander und deren Larven. In den Teichen, aber auch in den Bächen, findet man verschiedene Froscharten.
Geflecktes Knabenkraut Neben den genannten Orchideenarten begegneten den Wanderern die Breitblättrige Sumpfwurz und das Große Zweiblatt, zwei Orchideen, die unscheinbarer und erst im August blühen. Als Konsequenz austretender zinkhaltiger Grubengewässer ist im Loher Tal die Wiesenschaumkresse, auch Erzpflanze genannt, weit verbreitet. Diese für das nördliche Siegerland typische Pflanze färbte früher das Ferndorftal weiß und verbreitete sich überall entlang der Bäche. NABU - Experte Dr. Hartmut Müller berichtete, dass sich die Pflanze außerhalb dieses Gebiets nur selten findet und auf der Roten Liste steht. Die Wanderung, die aufgrund der interessanten Führung länger dauerte als geplant, zeigte eindrucksvoll, wie schützenswert die Natur des Loher Tals ist. Angela Schween-Ante, NABU |




