Der Huflattich - ein wetterfühliger Frühjahrsblüher
Wie kleine Sonnen strahlen bei gutem Wetter die Blüten des Huflattichs und künden vom nahen Frühling Im März schmücken die Frühjahrsblüher unter den Pflanzen die Landschaft mit ersten auffälligen Farbtupfern. Neben den weiß blühenden Schlehensträuchern fällt zur Zeit eine Wildpflanze besonders ins Auge: der Huflattich. „Er scheint unter schlechtem Frühlingswetter genauso zu leiden wie wir“, meint Ingrid Blankenstein von der Kreuztaler Ortsgruppe des NABU Siegen-Wittgenstein . Bei sonnigem Wetter stehen die blütentragenden Stengel des Huflattichs aufrecht, die goldgelben Strahlenblüten sind weit geöffnet. Bei trübem Wetter knicken die Stengel leicht ein und die Blüten schließen sich. Fast sieht es dann so aus, als wäre der Huflattich verwelkt. „In Wirklichkeit wartet er nur auf besseres Wetter“, weiß Ingrid Blankenstein vom NABU (Naturschutzbund) Siegen-Wittgenstein.
Der Huflattich - ausdauernd, anspruchslos, kälterestistent Ist der Huflattich verblüht, ähneln seine Samenstände denen des Löwenzahns: Weiße, schirmchenartige Gebilde, die beim Anpusten oder bei Wind leicht davonfliegen. Sind die Samen davongeflogen, sterben die Blütenstengel ab. Dafür schmückt sich der Huflattich dann mit herzförmigen Blättern. Der Huflattich ist eine typische Ruderalpflanze: Er besiedelt als einer der ersten brachliegendes, schwieriges Gelände wie Wegraine, Bahndämme, Kiesgruben oder Schutthalden. Seine kriechenden Sprossen und seine tiefen Wurzeln geben ihm fast überall Halt und machen ihn zu einem Spezialisten für steile Hänge - eine richtige Pionierpflanze, die das Gelände für seine Nachfolger erobert. Der Huflattich ist auch eine alte Heilpflanze, die traditionell als Mittel gegen Husten verwendet wird. Darauf weist schon der wissenschaftliche Name hin, „Tussilago farfara“. Tussilago kommt von dem lateinischen Wörtern Tussis - Husten - und agere - vertreiben. An den sonnengelben Blüten des Huflattichs erfreuen sich um diese Jahreszeit nicht nur Spaziergänger, sondern auch Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, die auf der Suche nach Nektar sind. Der NABU bittet daher darum, alle frühblühenden Pflanzen nicht für die Vase zu pflücken. Die wenigen Frühblüher stellen eine besonders wichtige Nahrungsquelle für Insekten dar. asa, NABU |



