Turmfalken auf der JagdWenn man in Kaan-Marienborn zu dieser Jahreszeit einen Spaziergang im ökologisch interessanten Gebiet ‘Am Eichewäldchen/ Nochen’ unternimmt, kann man mit großer Sicherheit einen jagenden Turmfalken beobachten. „Es lohnt sich nach ihm Ausschau zu halten“, so Artur Franz vom NABU Siegen-Wittgenstein.
Malerisch hat sich der Turmfalke mitten auf den Maulwurfshaufen platziert - in der letzten Sonne des Wintertags gönnt er sich eine Pause nach der Mahlzeit Der Turmfalke ist ziemlich robust, den kriegt so ein Winter nicht kaputt. Probleme bekommt der schön gezeichnete Greifvogel nur bei geschlossener Schneedecke: Dann sieht er seine Hauptnahrung, die Mäuse, nicht mehr. Der Turmfalke ist aber flexibel und kann auf schneefreie Jagdreviere, zum Beispiel sonnenbeschienene Böschungen, ausweichen. Aus diesem Grund ist er auch häufig an Autobahnen zu sehen, denn an den schrägen Straßenböschungen taut der Schnee schneller ab und die Mäuse werden wieder erreichbar. Im Winter muss der Turmfalke mehr Zeit für den Beutefang aufwenden, insgesamt etwa ein bis zwei Stunden. Dabei lässt sich das Tier gut beobachten. Er ist ein auch für Laien einfach erkennbarer Greifvogel, da er eine außergewöhnliche Jagdtechnik beherrscht. „Der Turmfalke ist der einzige Greif, der wie ein Kolibri in der Luft stehen kann. Deshalb braucht er auch keine Sitzanwarten,“ so NABU - Experte Artur Franz. Nur manchmal weicht der Turmfalke hin und wieder auf die Ansitzjagd aus. Diese ist zwar weniger erfolgreich als die Mäusejagd aus dem Flug, sie hilft aber, die im Winter wertvolle Energie zu sparen. Turmfalken brüten in verlassenen Nestern anderer größerer Vögel, vor allem von Krähen und Elstern. Dort, wo der Abschuß von Rabenvögeln erlaubt ist, können die Turmfalken in Wohnungsnot geraten.
Das große Feldgehölz am Ortsrand von Kaan wurde mir Stumpf und Stiel weggeschreddert Etwas enger wird es für den Turmfalken evtl. auch in unserem Beobachtungsgebiet ‘Am Eichenwäldchen/ Nochen’ Kaan-Marienborn. Dort wurde ein großes, ökologisch sehr wertvolles Feldgehölz nicht nur auf den Stock gesetzt, was in jedem Fall eine ökologisch wertvolle Durchforstungsmaßnahme darstellt, sondern großflächig geradezu weggeschreddert. Eine abschnittsweise vorgehende und insgesamt etwas behutsamere Vorgehensweise beim prinzipiell sinnvollen Rückschnitt wäre wünschenswert gewesen und hätte die Lebensgrundlage insbesondere vieler Singvögel und Kleinsäuger besser bewahrt. Turmfalken aber sind flexibel. Sie brüten auch in Gebäuden aller Art, und zwar möglichst hoch. Sie wählen dafür windgeschützte Mauerlöcher. Kirchtürme bieten den Turmfalken ideale Lebensräume. Der NABU appelliert, Löcher in Kirchtürmen nicht zu verschließen, denn nicht nur Turmfalken, auch Eulen finden dann dort keine Nistmöglichkeit mehr. asa, NABU Informieren Sie sich auch über Artenschutzmaßnahmen zugunsten des Turmfalken in Netphen!
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