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Die Blaumeise - ein akrobatischer Frühlingsbote

Mit zu den ersten Frühlingsboten gehört die Blaumeise - hier ein Männchen im prächtig blauen Balzgefieder, das sich auf einem ebenfalls sehr zeitig im Frühjahr blühenden Haselstrauch niedergelassen hat.
(Foto: Gerhard Sauer, NABU)

Das zeitige Frühjahr bzw. der Spätwinter sind eine gute Zeit um Vögel zu beobachten. So möchte Kurt Kaltschmidt vom NABU (Naturschutzbund) Kreuztal im Monat März auf einen winzigen, uns allen wohlbekannten Frühlingsboten aufmerksam machen – es ist die Blaumeise. Die lustigen kleinen Kunstturner, die oft kopfüber an den dünnen, schwankenden Zweigen der Laubbäume hängen, kann man jetzt, wenn die Bäume noch kein Laub tragen, leicht beobachten. Auch wenn sie klein ist, so schallt doch ihr Ruf unüberhörbar durch unsere Gärten sowie Wald und Feldflur. „Zi-zi-däh“ oder „Hier bin ich“ oder an den Bauern gerichtet „Wetz-die-Schar“ klingt es herüber - die wohlbekannte und lang ersehnte Verkündung des nahenden Frühlings. Da sie so früh mit ihrem Gesang beginnt, hören wir Menschen ihr dankbar sowie besonders aufmerksam zu und interpretieren den Gesang des Blaumeisenmännchens auf unsere Weise. Als Leichtgewichtler mit nur 10 Gramm Körpergewicht haben die Blaumeisen sich eine ökologische Nische erschlossen, in der ihnen aufgrund ihres meist größeren Körpergewichtes nur sehr wenige Vogelarten Konkurrenz machen können. Geschickt reißen sie mit dem Schnabel Rindenstücke ab, um an die darunter versteckten leckeren Insekteneier zu gelangen. Von der etwas größeren und noch häufigeren Kohlmeise lässt sich die Blaumeise vor allem am blauen Käppchen unterscheiden, die Kohlmeise dagegen hat schwarzes Kopfgefieder. Außerdem weist die Blaumeise einen Augenstreifen auf , die Kohlmeise aber nicht.

Im Frühjahr, wenn die Blaumeisen auf Partnersuche gehen, sind Weibchen und Männchen sehr aktiv in den Zweigen der Bäume beschäftigt und man kann darum ihr Treiben sehr gut mit verfolgen. Die Männchen wollen sich von ihrer schönsten Seite sehen lassen, denn die Blaumeisenfrauen suchen sich ihren Partner nach der Färbung aus. So haben schwedische Wissenschaftler herausgefunden, dass die Männchen bei der Partnerwahl die besten Chancen haben, die im UV – Licht am kräftigsten blau leuchten.

Oft genug hängt ein Nistkasten für die kleinen Höhlenbrüter bereit, in den sie nach erfolgter Eheschließung einziehen und mit dem geschäftigen Nestbau beginnen. Man hört aber immer wieder, dass die winzigen Vögel auch andere erstaunliche Nischen in unmittelbarere Nähe des Menschen als Nistgelegenheiten wählen, so z.B. Briefkästen, Rolllädenkästen u.a. Abwechselnd fliegen Männchen und Weibchen mit Moos und Grashalmen zu ihrem Heim, bis dieses gut ausgestattet und gemütlich eingerichtet ist. Dann legt das Weibchen bis zu 14 Eier, und etwa zwei Wochen später hört man das erste zarte Zwitschern der Nestlinge, wenn einer von den Eltern mit Nahrung heimkommt. Kurt Kaltschmidt vom NABU Siegen-Wittgenstein, Ortsgruppe Kreuztal, macht darauf aufmerksam, dass die fleißigen Winzlinge ihre Jungen bis zu 1000 mal pro Tag mit Futter beliefern – eine beachtliche Leistung! Die Beobachtung von Blaumeisen beim Brutgeschäft und der Aufzucht der Jungen lohnt sich besonders für Kinder, meint der ehrenamtliche Naturschützer vom NABU. An den flinken Vogeleltern mit der blauen Weste sind Verhaltensstudien vergleichsweise gut möglich, da sie sich nie all zu weit vom Nest entfernen. Erst nach etwa drei Wochen verlassen die kleinen Nesthocker den Nistkasten.

asa, NABU