Grünfrösche im Westen des KreisgebietsEinen interessanten Einblick in die heimische Amphibienwelt erhielten die Teilnehmer der vom Naturschutzbund (NABU) Siegen-Wittgenstein am Dienstag, dem 5. Juni durchgeführten Exkursion bei Freudenberg. Unter der Leitung von Kurt Kaltschmidt (NABU - Ortsverband Kreuztal) und Ulrich Stettner (NABU - Ortsverband Freudenberg) wanderte die Gruppe aus Interessierten zu einem Weiher. Dieser ehemalige Fischweiher gehört zu den ganz wenigen, die natürliche Vorkommen von Grünfröschen im Kreisgebiet aufweisen.
Ein Teichfrosch - so schön grün wie im Bilderbuch Zu den Grün- oder Wasserfröschen zählen der Kleine Wasserfrosch oder Tümpelfrosch (Rana lessonae), der Seefrosch (Rana ridibunda), der mit bis zu 15 cm größte in Deutschland heimische Grünfrosch, sowie der Teichfrosch (Rana esculenta), wobei letzterer ein Kreuzungsprodukt aus den beiden erstgenannten darstellt. Auch heute kommt es immer wieder zu Vermischungen aller drei Arten untereinander, so dass "reinrassige" Grünfrösche nur relativ selten anzutreffen sind. Selbst für den Fachmann sind diese Frösche vom Aussehen her schwer zu unterscheiden, für den Laien ist es nahezu unmöglich. Ein sicheres Kennzeichen zur Bestimmung sind jedoch die Rufe der einzelnen Arten, die relativ deutlich voneinander abweichen. Kartierungen der Biologischen Station Rothaargebirge (BSR) zusammen mit dem NABU im Kreis Siegen-Wittgenstein haben ergeben, dass Wasserfrösche nur vereinzelt im westlichen Siegerland natürlich verbreitet sind. Interessant ist, dass diese heimische Population wahrscheinlich eine reine Gruppe von Kleinen Wasserfröschen (Rana lessonae) ist. Weitere Grünfrosch - Vorkommen im Kreisgebiet beruhen meist auf illegal ausgesetzten Tieren.
Nachdem er wieder ins Wasser gesetzt wurde, nahm dieser Grünfrosch sofort wieder Besitz von seiner Lieblingsstelle ein. Gut lassen sich im nassen Element die Schwimmhäute erkennnen Den Teilnehmern der Exkursion gelang es, mehrere Exemplare der Grünfrösche in ihrer typischen Haltung, unmittelbar unter der Wasseroberfläche mit herausragendem Kopf, zu beobachten. Der überraschende Anblick einer Gruppe von Wasserfröschen, die gleichzeitig und gleich ausgerichtet aus dem Wasser lugen, prägt sich nicht nur naturbegeisterten Menschen für immer ein.
Glatt wie ein Spiegel liegt der Weiher am Waldrand - Lebensraum unserer heimischen Wasserfrösche Einige Tiere wurden für kurze Zeit zu genauerer Beobachtung von den NABU - Fachleuten aus dem Gewässer entnommen. Dies gestaltete sich allerdings als recht schwierig, da sich die Frösche für gewöhnlich schon beim ersten Herannahen kopfüber ins Wasser stürzen bzw. untertauchen. Neben den dort vorkommenden Grünfröschen bietet der Plittersche Weiher aber auch Lebensraum für zahlreiche andere Tiere, wie Berg- und Fadenmolch, verschiedene Libellenarten, Wasserskorpione, aber auch andere Froscharten, wie die unterschiedlichsten Kaulquappen bewiesen. Mit dem Lauschen auf Bandaufnahmen verschiedener Frosch"gesänge" wurde die anregende Exkursion beschlossen. So lernten die Teilnehmer auch das für die Wasserfrösche typische laute Schnarren und Keckern kennen.
Ein Fadenmolch befand sich in unmittelbarer Gesellschaft der Frösche Bei den meisten Froscharten sind diese Paarungsrufe von Bedeutung für das Fortpflanzungsgeschehen. So sind die "Froschkonzerte", die die Wasserfrosch-Männchen gemeinsam in Chören anstimmen, teilweise mehrere Kilometer weit zu hören. Von voluminösen Schallblasen verstärkt dienen sie als Lockrufe für paarungswillige Weibchen. Außerdem grenzen die Männchen dieser Arten ihre Reviere akustisch gegenüber Konkurrenten ab. Romantisch anzuhören, - leider nicht live an diesem Juni-Abend. Wer im Westen des Kreises auf eigene Faust ein Wasserfroschkonzert belauschen oder die quirligen Tiere beobachten möchte, ist dazu herzlich aufgefordert, jedoch bitte unter Berücksichtigung von Tier- und Naturschutz! In den Monaten Juli bis September werden dann auch die ersten kleinen Kleinen Wasserfrösche ihr Kaulquappendasein vollendet haben und den Naturbeobachter erfreuen. Wer neugierig geworden ist auf mehr Informationen über heimische Lurche, kann außerdem die aktuelle NABU-Ausstellung der Ortsgruppe Kreuztal "Amphibien und Reptilien im Kreis Siegen-Wittgenstein" anfordern. Diese reich bebilderte und mit Kartenmaterial veranschaulichte Ausstellung ist insbesondere interessant für Schulen, Kommunen und Vereine. Ansprechparter für den NABU-Ortsverband Kreuztal sind Monika Nelson (027 32 / 20 41 71) und Kurt Kaltschmidt (027 32 / 47 61). Monika Nelson, NABU und asa, NABU |




