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Wildbienen und Wespen des Museumshaubergs in Fellinghausen

In seinem öffentlichen Vortrag vor NABU-Mitgliedern und anderen Interessierten fasste Markus Fuhrmann die Ergebnisse zusammen, die er bei der Kartierung von Wildbienen und Wespen im Museumshauberg Fellinghausen erzielen konnte (Stand: Sommer 1998).

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Eine Grabwespe bei ihrer Arbeit am Boden
(Foto: Markus Fuhrmann, NABU)

Bei seiner Arbeit gelang es ihm, knapp 90 verschiedene Arten zu erfassen, davon 18 Rote-Liste-Arten, die seit 20 Jahren nicht mehr im Siegerland nachgewiesen wurden. Die erfreuliche Bilanz unterstreicht die Bedeutung des Haubergs als letzte Zuflucht vieler seltener Tier- und Pflanzenarten. Die Tiere, denen das Interesse Fuhrmanns galt, leben vor allem im zwei- bis dreijährigem Haubergsschlag, im Busch-Heide-Stadium, und hier bevorzugt an besonnten Stellen. Sie nisten in der Erde, zum Teil auch in hohlen Brombeerstengeln, da im aufgeräumten Hauberg Totholz als Niststätte kaum vorzufinden ist.

Das rasche Wachstum des Haubergsholzes hat zur Folge, dass die Tiere flexibel reagieren und von Zeit zu Zeit umziehen müssen, um immer wieder den noch jungen Haubergsschlag als besonders für sie geeigneten Lebensraum vorzufinden. Die meisten der erfassten Wildbienen und Wespen haben einen nur recht kleinen Aktionsradius von ca. 200 m. Diese Beschränkung bedeutet, dass der Hauberg, sofern er von Grünland umgeben ist, für die Insekten ein inselartiges Rückzugsgebiet darstellt, aus dem sie nicht heraus können. NABU-Experte Markus Fuhrmann unterstrich in seinem Vortrag, dass ein noch vollständiger Umlauf des Haubergs, der im Siegerland inzwischen selten geworden ist, also eine wichtige Lebensgrundlage für die Tiere darstellt. Blutwurz, Herbstlöwenzahn, Habichtskräuter, auch Himbeeren, Brombeeren und Glockenblumen stellen für die eher solitär, nicht in Schwärmen oder Staaten lebenden Wildbienen und Wespen wichtige Nahrungsquellen dar. Das Weidenröschen und der Fingerhut als die großen und für den Hauberg so typischen Blütenpflanzen dagegen sind eher für die Hummeln wichtig. Der Buchweizen, welcher im Museumshauberg Fellinghausen wieder angepflanzt wird, erfreut sich großer Beliebtheit bei Honigbienen und Wespen, für die Wildbienen ist er eher uninteressant.

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 Die unermüdlich blühende Glockenblume bedeutet für die Insekten des Haubergs eine wichtige Nahrungsquelle
(Foto: asa, NABU)

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Früher, wo größere Einschlagsflächen die Regel waren, kamen auch noch in größerer Vielfalt wärmeliebende Arten von Wildbienen und Wespen vor. Die Gebiete waren zum Teil mehrere Hektar groß und konnten sich deshalb besser aufheizen. Die Löcher, die in den Wäldern bestanden, waren äußerst interessant für die Insekten, was in diesem Fall gegen eine flächendeckende Aufforstung spricht. Selbst für die Fachleute war es erstaunlich und interessant zu hören, dass viele der selteneren Arten, welche Markus Fuhrmann im Museumshauberg Fellinghausen nachweisen konnte, sich ansonsten heute eher nur noch in Wärmegebieten Süddeutschlands finden und ihre ursprüngliche Herkunft in südosteuropäischen Steppengebieten zu vermuten ist. Dieses Ergebnis unterstreicht eindrucksvoll die Bedeutung des im Aussterben begriffenen Lebensraums Hauberg.

asa, NABU