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Die Jahresberichte geben einen guten Überblick über die wichtigsten Themen, die den NABU im entsprechenden Jahr beschäftigt haben, sowie über das Engagement seiner Mitglieder. Die Berichte werden bei der Jahreshauptversammlung des NABU Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein vorgestellt, sie sind Rechenschaftsberichte des Vorstandes gegenüber seinen Mitgliedern. Mitgliederversammlung wählt neue Vorstandsmitglieder 1. Vorsitzende Helga Düben hält kritischen Jahresrückblick Am 16.03.2012 fand in Hilchenbach-Allenbach im Gasthof Siebel die diesjährige Mitgliederversammlung des NABU (Naturschutzbund) Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein statt. Erfreut zeigte sich die Vorsitzende, Helga Düben, dass im Kreis Siegen-Wittgenstein mehr als 1100 Menschen Mitglieder im NABU sind. Der NABU hat damit mehr Mitglieder als manche politische Partei, die in unserem Kreis die öffentlichen Geschicke mitbestimmt. Natur und Landschaft sind keineswegs rechtlos, sondern ihr Schutz ist bei uns durch Gesetze eine verpflichtende Aufgabe für Staat und Bürger. Allerdings wird dieses Recht oft fehlerhaft oder unzureichend angewandt. ( Den Rechenschaftsbericht 2011, der einen genauen Überblick über die Tätigkeiten des NABU Siegen-Wittgenstein gibt, finden sie hier.)
Nicht ein Mangel an Vorschriften, sondern ein mangelhafter Vollzug naturschutzrechtlicher Vorschriften ist ein großes Problem des Naturschutzes. Deshalb ist jede Mitgliedschaft im NABU wichtig, um der Natur eine eigene Stimme zu geben. Düben verwies in diesem Zusammenhang auf die veraltete und qualitativ mangelhafte Artenschutzprüfung für das Planfeststellungsverfahren Teilortsumgehung Kreuztal, den 1. Baustein der angedachten FELS. Durch Intervention auch der Naturschutzverbände muss die Artenschutzprüfung in wesentlichen Teilen überarbeitet werden. Weiterhin sieht der NABU in der neuen mehrspurigen Autostraße FELS einen nicht auszugleichenden Eingriff in den Naturraum. Ein weiteres Problem zeichnet sich hinsichtlich der Errichtung von Windenergieanlagen im Wald in unserem Kreis ab. Zurzeit ist die Rede von über 130 angedachten Windrädern mit einer Höhe von 140 – 200 m in unserem Kreisgebiet. Gerade die Vielzahl solcher Anlagen kann zu großen Problemen im Biotop- und Artenschutz führen. Insbesondere Fledermäuse und unsere Greife sowie Vögel mit großem Raumbedarf, wie Schwarzstorch, Uhu oder Kolkrabe können durch diese Anlagen getötet werden. Da die Gemeinden hier die Planungshoheit haben und meist nur ihr eigenes Gemeindegebiet betrachten, fordert der NABU eine Regionalplanung, die Vorrang-, Vorbehalts-, Eignungs- und Tabuzonen ausweist. Nur so lassen sich Gefahren z.B. für unsere Zugvögel überregional verhindern. Auch in Hinblick auf Freizeitgestaltung wird immer größerer Druck auf Natur ausgeübt. So wollen z.B. die Kletterverbände möglichst viele Felsen und Steinbrüche in unserem Kreisgebiet beklettern. Der NABU will ein Klettervergnügen nicht verhindern, allerdings dürfen alle Felsen und Steinbrüche, für die ein naturschutzfachlicher Schutz ausgesprochen ist, weiterhin nicht beklettert werden. Biotop- und Artenschutz gehören zu den Hauptaufgaben des NABU. Der Kreisverband besitzt ca. 8 ha eigene Naturflächen, hat durch Betreuung und Gestattungsverträge die Verantwortung für ca. 25 ha und versieht für weitere 76 ha Verkehrssicherheitspflichten. Somit hat er Verantwortung für 109 ha schützenswerte Naturflächen in unserem Kreisgebiet übernommen. Daraus resultiert auch die Fülle von Artenschutz- und Pflegemaßnahmen, die im Jahr 2011 von NABU-Mitgliedern durchgeführt wurden. Düben wies noch auf die Aktion zum Gartenrotschwanz im Kreisgebiet sowie auf die vielen Exkursionen und Ausstellungen im vergangenen Jahr hin. Bei den notwendigen Vorstandswahlen wurden Thomas Müsse (Erndtebrück) als 2. Vorsitzender sowie Sabine Portig (Erndtebrück) als Naturschutzreferentin in ihrem Amt bestätigt. Jens Lehmann (Niederlaasphe) wurde zum neuen Geschäftsführer und Manfred Semper (Siegen) zum neuen Kassenwart gewählt. Düben bedankte sich herzlich bei Kurt Kaltschmidt und Matthias Mennekes, die sich nicht mehr zur Wahl stellten, für ihre jahrzehntelange Mitwirkung im Vorstand. Im Anschluss an den offiziellen Teil gaben Christian Sebening und Manuel Graf einen Überblick über den Arbeitskreis Fledermausschutz im NABU.
Der Vorstand: v. l. n. r.: Thomas Müsse, Manfred Semper, Helga Düben, Sabine Portig, Jens Lehmann (Foto: M. Mennekes) |



