Der Altkreis Wittgenstein, heute ein Teil des Kreises
Siegen-Wittgenstein, liegt südlich und östlich des
Rothaarkammes. Süden und Osten Wittgensteins grenzen an
Hessen. Wittgenstein ist dünn besiedelt und überwiegend
bewaldet (68%). Nur etwa 25% der Forstbäume sind
Rotbuchen, der Rest fast ausschließlich Fichten.
kontr
kontr. Kästen
Zwerg-fleder-maus
Klein-abend-segler
Langohr
Wasser-fleder-maus
Mausohr
Fransen-fleder-maus
(75)
1991
2
2
(113)
1992
2
1
3
(172)
1993
7
4
1
1
13
(158)
1994
38
14
13
1
2
68
(214)
1995
36
12
8
1
1
58
(288)
1996
60
39
6
3
0
108
(331)
1997
109
18
19
1
3
4
154
(343)
1998
81
52
33
2
6
4
178
(358)
1999
42
50
36
12
12
152
(348)
2000
71
24
28
13
6
142
(344)
2001
65
55
21
1
15
5
162
(336)
2002
57
41
38
26
26
188
(379)
2003
82
39
31
5
24
23
204
2004
Anfang der 80er Jahre begann der NABU Wittgenstein,
vorhandene (Vogel-)Nistkästen in den Waldungen zu
kontrollieren und neue anzubringen. Dabei wurde auch
Fledermauskot entdeckt. 1985 dann der erste Fund: 2
Zwergfledermäuse. Seitdem wurden gezielt Spezialkästen
für Fledermäuse verwendet. NABU-Mitglied Günther Roth
aus Bad Laasphe-Banfe hängte seit 1990 gruppenweise
Spezialkästen in die Rotbuchenwälder, wo sie besonders
am Oberhang gut von Fledermäusen angenommen werden. 1999
betreut Herr Roth 267 Kästen. Seit ihrer Gründung 1990
ist auch die Biologische Station Rothaargebirge mit Sitz
in Erndtebrück an der Nistkasten-Aktion beteiligt. Seit
1991 sind die Kontrollen dokumentiert. Allmählich wurde
den Aktiven klar, dass der beste Zeitpunkt zur Kontrolle
die Paarungszeit der Fledermäuse ist. Ende August/Anfang
September besetzen die Männchen hohle Bäume - und eben
Nistkästen - um Weibchen anzulocken und sich mit ihnen
zu paaren.
Auch der Bestand des Kleinen Abendseglers hat
sich erfreulich entwickelt
(Foto: Belz, NABU)
Mit der Anzahl der Nistkästen steigt die Chance, dass sie von Fledermäusen besetzt werden. Die Nistkästen werden - von Kleinabendseglern und Braunen Langohren - auch zur Aufzucht der Jungen genutzt, den sogenannten Wochenstuben. Im Juni und Juli sind deshalb Kontrollen tabu.
Die Ergebnisse lassen folgende Schlüsse zu: Es ist zu einer Neubesiedlung oder Wiederbesiedlung der Wittgensteiner Wälder gekommen. Hessische Fledermäuse haben sich verleiten lassen, die suboptimalen Wittgensteiner Wälder mit Höhenlagen über 500 m NN zu besiedeln. Grund dafür dürften die warmen Sommer Anfang der 90er Jahre sein. Bei Kontrollen in den 80er Jahren hatten wir nur einige versprengte Zwergfledermäuse gefunden, die eigentlich in menschlichen Siedlungen zu erwarten sind.
Je mehr künstliche Nisthöhlen vorhanden sind, umso mehr Fledermäuse benutzen die "Eigenheime" und sind kontrollierbar. Hinzu kommen weitere Tiere, die in vorhandenen Baumhöhlen sitzen.
Das bislang erfolgreichste Jahr war 2002. In diesem Jahr konnte durch den
Nachweis von subadulten Jungtieren die Fransenfledermaus erstmals als
bodenständig nachgewiesen werden. Auch Zwergfledermäuse, Kleinabendsegler, Braune
Langohren und Wasserfledermäuse haben in Wittgenstein Wochenstuben.
Seit 1977 werden im Altkreis Wittgenstein
ehemalige Bergwerke vom NABU - inzwischen in Verbindung mit der Biologischen
Station Rothaargebirge - auf überwinternde Fledermäuse kontrolliert. Um die
Tierchen nicht allzu sehr zu stören, erfolgt das in der Regel im
Fünf-Jahres-Rhythmus.
Die Überwinterer wurden erfreulicherweise
mit den Jahren immer mehr. Waren es Ende der 70er Jahre noch weniger als
durchschnittlich 1 Tier pro Stollen, sind es inzwischen durchschnittlich 12!
Der "Ausreißer" ist dabei ein früherer 1300 m langer Tunnel durch das
Rothaargebirge, der streng genommen im Kreis Olpe liegt. Das liegt nicht nur
daran, dass immer mehr Bergwerke wieder geöffnet und vergittert wurden, sondern
an der allgemeinen - landesweiten - Wiederzunahme der Populationen.
Mit der Anzahl der Nistkästen steigt die
Chance, dass sie von Fledermäusen besetzt werden. Die Nistkästen werden - von
Kleinabendseglern und Braunen Langohren - auch zur Aufzucht der Jungen genutzt,
den sogenannten Wochenstuben. Im Juni und Juli sind deshalb Kontrollen tabu.
Die Ergebnisse lassen folgende Schlüsse
zu: Es ist zu einer Neubesiedlung oder Wiederbesiedlung der Wittgensteiner
Wälder gekommen. Hessische Fledermäuse haben sich verleiten lassen, die
suboptimalen Wittgensteiner Wälder mit Höhenlagen über 500 m NN zu besiedeln.
Grund dafür dürften die warmen Sommer Anfang der 90er Jahre sein. Bei
Kontrollen in den 80er Jahren hatten wir nur einige versprengte
Zwergfledermäuse gefunden, die eigentlich in menschlichen Siedlungen zu
erwarten sind.
Besonders erfreulich ist die Zunahme der
Mausohren. Ende der 70er Jahre fanden wir höchstens zwei Exemplare pro Winter.
Aber auch andere Arten haben ihren Bestand nach dem dramatischen Rückgang in
den 60er und 70er Jahren (Pestizid-Einsatz, Verschließen von Sommer- und
Winterquartieren) wieder steigern können.
Am häufigsten überwintert in Wittgenstein
die (Kleine) Bartfledermaus, eine Art, die aus dem Flachland zufliegt und hier
im Sommerhalbjahr so gut wie nicht auftritt.
Nie fanden wir bei den Winterkontrollen
eine Zwergfledermaus - die Art, die im Sommer die mit Abstand häufigste ist.
Sie überwintert offenbar in Häusern.