NABU Logo Naturschutzbund Deutschland
Kreisverband Siegen-Wittgenstein e.V.
Stichwortsuche:
Themenbereiche:
Ortsgruppen
Heimische Natur
Projekte
Jugend
Termine

Specht

Tiere 1 - Vögel

Der Buchfink

Wer jetzt einen Winterspaziergang durch die langsam zu neuem Leben erwachende Landschaft macht, sollte sein Augenmerk einmal besonders auf den Buchfink richten. Er gilt neben der Amsel und der Kohlmeise als der häufigste Vogel in Europa und ist überall dort zu finden, wo es Bäume gibt.

Nach Bestandsschätzungen des NABU (Naturschutzbund) handelt es sich aktuell um ca. 20 Mio. Brutpaare. "An seinem blaugrauen Kopf, der schwarzen Stirn und der rostroten Brust ist er leicht zu erkennen", erläutert Klaus W. Jung von der Ortsgruppe Freudenberg im NABU Siegen - Wittgenstein. "Der kleine Vogel misst vom Schnabel bis zur Schwanzspitze 15 cm und weist einen wellenförmigen Flug auf. Im Winter verstreichen nur die Bestände aus Skandinavien und Nordosteuropa in wärmere, schneefreie Gebiete, meist in Südfrankreich oder Spanien."

Gut zu erkennen ist die Farbenpracht des männlichen Buchfinken: rostrot und blaugrau im Kopfbereich, mit weißen Flügelbinden und grün-gelblichem Schwanzgefieder
(Foto: Gerhard Sauer, NABU)

Wie kann man seinen wissenschaftlichen Artnamen: Coelebs der Unverheiratete erklären? NABU - Experte Klaus W. Jung nimmt an, dass es die Eigenschaft des Buchfinken ist, im Winter nur in Schwärmen mit Geschlechtsgenossen umherzustreifen und sich erst zu Beginn des Frühlings wieder für das andere Geschlecht zu interessieren.

Wenn sich der Wald mit lichtem Grün überzogen hat, beginnen die Finkenweibchen mit dem Nestbau, die Männchen helfen hierbei nicht mit. Das Buchfinkennest ist ein kleines Meisterwerk. Außen ist der tiefe Napf mit Flechten und Moos getarnt, innen dagegen fein ausgelegt mit Federn und Haaren. Mitglieder der NABU - Ortsgruppe Freudenberg konnten vor einiger Zeit einer besonders eifrigen Nestbauerin aus Todesgefahr helfen. Bei dem Versuch, einen Wollfaden ins Innere des Nestes einzubauen, hatte sich der Faden um den Fuß des Buchfinkenweibchens verwickelt und der Vogel hing frei ca. 30 cm unter dem Nest.

Das Gelege von vier bis fünf Eiern ist durch das kunstfertige Nest gut geschützt. Die Brut beginnt mit der Ablage des letzten Eies und wird alleine vom Weibchen bewältigt, während das Männchen in dieser Zeit Nahrung für sein Weibchen herbeischafft. Nach etwa 14 Tagen Brutzeit schlüpfen die Jungen und werden von den Eltern sofort und unermüdlich mit Futter versorgt. Die Nestlingsdauer beträgt etwa 14 Tage, dann fliegen die Jungtiere aus, werden aber weiterhin von den Eltern gefüttert. Mit dem 40. Lebenstag werden die Buchfinken - Nachkommen in die Selbstständigkeit entlassen. Nachdem die Jungtiere großgezogen wurden, brüten die Buchfinken ein zweites Mal gegen Ende Mai.

Im zeitigen Frühjahr, sobald die Sonne etwas ausdauernder scheint, beginnt das Buchfinken - Männchen zu "schlagen". Es wiederholt stets dieselbe individuell - typische Strophe zur Markierung der Reviergrenzen. Der Finkenschlag ist in seinen Grundzügen angeboren, aber er wird durch Erlerntes verändert. So kommt es zu regelrechten Lokaldialekten, die auch das menschliche Ohr klar unterscheiden kann.

Vielleicht liegt es an seiner durchsetzungsstarken und klaren Sangeskraft, dass auch dieser kleine Vogel, wie so viele heimische Tiere, Eingang in die Literatur gefunden hat:

Der Buchfink
Der Buchfink schläft sich recht gesund,
in seinem Neste kugelrund.
Und schon im März, noch lang vor Tag,
erfreut uns dann sein Finkenschlag.
Zwar heißt er Buchfink, aber lesen
kann freilich nicht das kleine Wesen.
Eugen Roth, 1895 1976

Klaus W. Jung (Ortsgruppe Freudenberg, NABU

Heimische Natur
 Naturschutzgebiete
 Pflanzen
 Tiere 1 - Vögel
 Tiere 2: Säugetiere
 Tiere 3 - Amphibien und Reptilien
 Tiere 4 - weitere
 andere Naturräume

 
Startseite | Wir über uns | Kontakt

Copyright © 2001 NABU Siegen-Wittgenstein, Alle Rechte vorbehalten