Tiere 3 - Amphibien und ReptilienDie Blindschleiche - ein Schneckenvertilger als Frühlingsbote
Die hübsche, metallisch glänzende Blindschleiche hat es schwer bei uns: Oft wird sie in falscher Panik für eine gefährliche Schlange gehalten und getötet.
Wer es nicht glaubt, soll selbst beobachten, ob eine Blindschleiche blinzeln kann
(Foto: Albrecht Belz, NABU)
In Wirklichkeit ist die Blindschleiche jedoch ein faszinierendes, lebendiges Beispiel für die Evolutionsgeschichte: Sie ist eine beinlose Echse! Falls das jemand nicht glauben will - der NABU (Naturschutzbund Deutschland) rät als Beweis einmal bewusst zu beobachten, dass die Blindschleiche blinzeln kann - eine Schlange ist dazu nicht in der Lage! Und genau wie die Eidechsen hat die Blindschleiche für Notsituationen einen Trick auf Lager: Wenn sie von einem Raubvogel am Schwanz gepackt wird, wirft sie das Stück Schwanz einfach ab - auch das können nur Eidechsen, Schlangen dagegen nicht. Außerdem müssen Blindschleichen zum Züngeln das Mäulchen öffnen, während Schlangen mit geschlossenen Kiefern züngeln.
Im Gegensatz zu den meisten Schlangen, die ihre Eier von der Sonne ausbrüten lassen, hat die Blindschleiche sich etwas Besonderes für den Nachwuchs ausgedacht: sie bringt lebende Junge zur Welt! Wenn die kleinen Blindschleichen heranwachsen, müssen sie gelegentlich aus der Haut fahren: Sie streifen die alte, zu klein gewordene Haut einfach ab - darunter kommt eine schimmernde, neue, größere Haut zum Vorschein. Im Garten machen sich die gemütlich-langsamen Blindschleichen übrigens gerne nützlich: Schnecken und Insektenlarven zählen zu ihren Leibgerichten!
Blindschleichen sonnen sich gern
(Foto: Albrecht Belz, NABU)
Wer sich in der Lage sieht, in seinem Garten Steinansammlungen und Totholzhaufen liegen zu lassen, kann das völlig harmlose Tier vielleicht sogar anlocken, denn die Blindschleiche versteckt sich am Tage gern unter warmen Steinen, feuchtem Holzmulm oder in Erdlöchern. Am frühen Morgen und am Abend genießt sie als wechselwarmes Tier gern ein Sonnenbad.
Der NABU betont aber: Wo mit Schneckenkorn oder anderen chemischen Giften gegen Schädlinge gearbeitet wird, kann man mit dem Einzug dieses Verbündeten in den Garten nicht rechnen.
asa, NABU
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