NABU-Ausstellung 

Biologische Vielfalt

Eine Tafel der Ausstellung "Biologische Vielfalt"

 

 

Aus Anlass des UN-Jahres der Biologischen Vielfalt hatte der NABU Siegen-Wittgenstein eine Fotoausstellung konzipiert. Diese Ausstellung sollte erklären, was Biologische Vielfalt ist, erläutern, wie wichtig es ist, sie zu erhalten und sie zeigte, wie wir vom NABU hier im Kreis aktiv versuchen, die Biologische Vielfalt zu erhalten.

Eine Tafel zum Thema Lebensraum Wald aus der Ausstellung "Biologische Vielfalt"

Zuerst wurde diese Ausstellung in den Räumen des Rathauses in Geisweid, Umweltamt, gezeigt. Einige Stellwände waren danach Teil der Repräsentation des NABU-Standes auf dem NRW-Tag. Im Anschluss daran wurde die Ausstellung in den Räumen der Volksbank Netphen präsentiert. Letzte Station war Burbach. Hier verwies Bürgermeister Christoph Ewers bei der Ausstellungseröffnung darauf, dass die Gemeinde Burbach als einzige Kommune im Kreis Siegen-Wittgenstein die Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ unterzeichnet hat. 16 Prozent des Burbacher Gemeindegebietes sind Naturschutzgebiet und etwa die Hälfte der Gemeindefläche EG-Vogelschutzgebiet.

 


Die Ausstellung ermöglicht haben durch wunderschöne Fotographien:

Matthias Mennekes, Ludger Behle, Ralf Kubosch, Jürgen Sartor, Dirk Manderbach, Eva Lisges und Michael Düben.

Der Begleittext zur Ausstellung

Wir müssen zurzeit ein rasantes Artensterben in unserer Welt ertragen. Natürlich hat es Artensterben schon immer gegeben. Allerdings nicht in diesem Tempo. Seriöse Quellen gehen davon aus, dass Tag für Tag bis zu 100 Tier- und Pflanzenarten für immer von unserer Erde verschwinden. Diese bedrückenden Zahlen sind so groß, dass auch die wichtigsten Regierungslenker unserer Erde dieses Problem erkannt haben und daher beschloss man in den 1990-er Jahren weltweite Anstrengungen zu unternehmen, um dieses Artensterben bis zum Jahr 2010 zu stoppen. Wie bei vielen hehren Zielen der Weltgemeinschaft wurde dies meist aus egoistischen und kleinkarierten Gründen nicht erreicht. Übrig geblieben von diesen Bestrebungen ist, dass die Vereinten Nationen das Jahr 2010 zum Jahr der Biodiversität ausgerufen haben. Für Biodiversität gibt es einen schönen deutschen Namen, biologische Vielfalt.

 

Es geht dabei um die Erhaltung des Lebensraumes, die Erhaltung der Arten und die Erhaltung der genetischen Vielfalt innerhalb der Arten. Nur durch diesen Dreiklang kann man Pflanzen- und Tierarten ein Weiterleben ermöglichen. Nun ist Deutschland eine reiche Nation und viele sind stolz auf unsere Umwelt- und Naturschutzgesetzgebung.

 

In Wirklichkeit aber sind hier in unserem Land nach Auskunft des Bundesministeriums für Umwelt 72,5 % aller Lebensräume, 36 % aller Tierarten und 26 % aller Pflanzenarten in ihrer Existenz bedroht. Dies ist mehr als in vielen anderen EU-Staaten.

 

Nahezu die Hälfte aller heimischen Vogelarten ist vom Aussterben bedroht oder befindet sich auf der Roten Liste. Dass die Bekassine in Siegen-Wittgenstein als Brutvogel in den letzten Jahren ausgestorben ist, wird wenigen etwas sagen. Den Haussperling kennt aber jeder. Wer von Ihnen hat in letzter Zeit einen Feldsperling gesehen. Der NABU hat den Gartenrotschwanz zum Vogel des Jahres 2011 ausgerufen. Dies auch, weil in den letzten 25 Jahren die Zahl dieser Vögel in NRW um sage und schreibe 40 % zurückgegangen ist.

 

Auch bei den eigentlich beliebten Schwalben gibt es rasante Rückgänge, da viele Menschen aus Ordnungs- und Sauberkeitssinn keine Nistmöglichkeiten am Haus erlauben, viele Ställe verschwunden sind und durch die zunehmende Versiegelung der Landschaft in unseren Dörfern keine Lehmpfützen mehr zu finden sind, aus denen die Schwalben das notwendige Baumaterial für ihre Nester holen können.

 

Die Zahl der beliebten Feldlerchen ist durch die Änderungen in der Landwirtschaft seit den 1980-er Jahren um 75 % in NRW zurückgegangen.

 

In Sonntagsreden wird gerne von der Schönheit unserer heimischen Natur gesprochen. Aber unsere Gesellschaft handelt meistens nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Naturraum ist eigentlich sehr preiswert und es kostet nicht viel Geld ihn zu überplanen. Täglich werden in Deutschland ca. 120 ha und in NRW ca. 15 ha Naturraum vernichtet. Auch hier wollte die Politik Einhalt gebieten. Es passiert allerdings nichts. Man macht sich leider nicht bewusst, dass unsere Natur auch einen hohen wirtschaftlichen Wert für uns Menschen hat.

 

Die Natur liefert uns täglich kostenlose Dienstleistungen, wie sauberes Wasser, gesunde Böden und Nahrungsmittel, Rohstoffe und Energie, Schutz vor Überschwemmungen und gegen Bodenerosion, die Natur ist CO2 Speicher und liefert Impulse für neue Techniken und neue Arzneimittel. Die Natur bietet uns darüber hinaus natürliche Erholung.

 

Die UN hat den Auftrag gegeben, zu ermitteln, wie hoch man diese Dienstleistungen beziffern muss. In der TEED Studie (The Economics of Ecosystems and bioDiversity) kommt man zu dem Schluss, dass allein die wichtigsten Naturschutzgebiete unserer Erde einen wirtschaftlichen Vorteil von jährlich 5000 Millionen US $, dies entspricht 5 Billionen US $, der Menschheit zur Verfügung stellt. Wohlgemerkt, nur der Naturschutzgebiete. Dies ist mehr als die Umsätze der weltweiten Automobilproduktion, der Stahlproduktion und des IT Dienstleistungssektors zusammen.

Laut TEEB Studie bieten Insekten jährlich 153 Milliarden US $ an Bestäubungsleistungen an, die Leistungen der Korallenriffe werden jährlich beziffert mit 172 Milliarden US $. Insgesamt versucht die Studie den Ökosystemen und deren Leistungen einen konkreten Wert zu geben, damit diese in die volkswirtschaftlichen Rechnungen der Staaten einbezogen werden können.

 

Dies bedeutet, dass jeder ha Naturraum, den wir vernichten, Kosten verursacht, den unsere Gesellschaft insgesamt aufzubringen hat. Es wäre auch schon gut, wenn jedem bewusst wäre, dass wir nur leben können, weil es Pflanzen auf dieser Welt gibt. Nur die Pflanzen produzieren laufend den notwendigen Sauerstoff, den über 6 Milliarden Menschen täglich verbrauchen. Nur die Pflanzen sind durch ihre Photosynthese in der Lage, die Energie des Sonnenlichtes in Nahrung umzuwandeln, von der alle anderen Lebewesen, auch wir Menschen existieren können. Natur kann man nicht in nützlich oder nutzlos unterteilen. Sie kann uns ihre Dienste nur leisten, wenn sie sich im Gleichgewicht befindet und deshalb ist Naturschutz wichtig. Auch die Erhaltung von scheinbar nutzlosen Arten wie Ameisenbläuling oder Kammmolch.

 

Text: Helga und Michael Düben, 2011

Fotos: Michael Düben

 

Helga Düben und Christoph Ewers vor der Ausstellung "Biologische Vielfalt"

Helga Düben, Vorsitzende des NABU-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein und Christoph Ewers, Bürgermeister von Burbach.

Vogel des jahres 2017

Foto: Tom Dove
Foto: Tom Dove

Der Waldkauz

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