Wildnisgebiete im Staatswald NRW

Warum so viel Lärm um nichts?

Die Regierung des Landes NRW will 10 Prozent des nordrhein-westfälischen Staatswaldes aus der Nutzung nehmen und langfristig in Wildnisgebiete umwandeln. Dies hat zu heftigen Reaktionen von Holzbearbeitern wie z.B. Sägewerken und Waldbesitzern geführt. Diese warnen vor den Flächenstilllegungen und befürchten eine Holzknappheit und somit die Gefährdung von Arbeitsplätzen in der holzverarbeitenden Industrie.


Wald hat viele Funktionen und natürlich auch eine große wirtschaftliche Bedeutung.


Er ist aber auch Lebensraum für ca. 14.000 Tier- und 6000 Pflanzenarten. Leider muss man auch hier feststellen, dass sich ein Großteil dieser Lebewesen in einem schlechten Erhaltungszustand befinden und teilweise gefährdet sind. Dies hat dazu geführt, dass die schwarz-gelbe Bundesregierung in ihrem Strategiepapier zur Erhaltung der nationalen Biodiversität fordert, dass republikweit mindestens 5 Prozent der Waldflächen aus der forstlichen Nutzung genommen werden sollen, um die Biodiversität zu stützen. Diese Forderung hat unsere NRW-Landesregierung aufgegriffen und beschlossen, 10 Prozent der landeseigenen Wälder in Wildnisgebiete umzuwandeln. Gleichzeitig unterstützt sie dies bei privaten Waldbesitzern.


Da der Anteil des Staatswaldes am Gesamtwald in NRW ca. 17 Prozent beträgt, handelt es sich hier also nur um ca. 1,7(!) Prozent der Gesamtwaldfläche des Landes. In diese Zahl einbezogen sind auch Flächen, die schon früher in Wildnisgebiete umgewandelt wurden.

Wenn also knapp 2 Prozent des Waldes in NRW aus der forstlichen Nutzung genommen werden, warum reagiert die Holzindustrie derart hysterisch ?


Es ist absolut unbegreiflich, dass hier ein solch großer Rummel um diese Flächen gemacht wird. Man kann nicht verstehen, dass ohne Not hier ein forst- und naturschutzfachlich nicht vorhandener Konflikt zwischen Schutz und Nutzung geschürt wird.

Wenn wirklich das Holz so knapp ist, warum betreiben dann Waldbesitzer Bestattungswälder oder wollen Windräder im Wald mit mindestens 5,50 Meter breiten Zuwegungen? Auch hier werden Waldflächen dauerhaft aus der Nutzung genommen.

Die Erhaltung der Biodioversität ist eine gesellschaftspolitische Aufgabe, die auch von den Holznutzern zu beachten ist.

 

Michael Düben (2011)

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Foto: Tom Dove
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