Amphibienzaun in Erndtebrück-Balde/Melbach

 

Jedes Jahr auf's Neue verlassen tausende von Amphibien ihr Winterquartier und machen sich auf den Weg zu ihren Geburtsgewässern, um dort abzulaichen. Da immer wieder Straßen die Wanderrouten kreuzen, ist die Gefahr eines Verkehrstodes natürlich sehr hoch.

Deshalb werden an Stellen, wo ein besonders hohes Risiko besteht, durch Naturschützer so genannte Amphibienschutzzäune aufgestellt. Dabei handelt es sich um etwa kniehohe engmaschige Zäune, an denen entlang in einigem Abstand immer wieder Eimer im Boden versenkt werden. Auf der Suche nach einem Ausweg laufen die Tiere am Zaun entlang und fallen automatisch in die Eimer, wo sie dann von den ehrenamtlichen Helfern einfach aufgesammelt und auf die andere Straßenseite gebracht werden. Die Zäune werden zweimal täglich kontrolliert und zwar in den frühen Morgenstunden und abends, sobald es dunkel ist.

So auch in Erndtebrück/Balde. Der Zaun wird seit 2000 regelmäßig jedes Frühjahr in der Melbacher Straße aufgebaut, wo sich ein Löschteich befindet, in dem die Tiere ablaichen. In diesem Fall handelt es sich um Grasfrösche und Bergmolche, wobei die Molche aber nur vereinzelt auftreten. Allerdings hat die Population der Frösche seit 2000 stark abgenommen, so dass von anfänglichen ca. 700 Tieren dieses Jahr nur etwa 200 die Wanderung angetreten haben. Leider kennen wir die genaue Ursache nicht, aber an dieser Stelle eine Bitte an alle Autofahrer: Es gibt nicht an allen gefährdeten Stellen Schutzzäune. Deshalb auf Warnschilder achten und langsam fahren. Denn selbst wenn man sie nicht mit dem Reifen erwischt, kann doch der Luftdruck unter dem Auto bereits ab einer Geschwindigkeit von 30 km/h zu inneren Verletzungen und zum qualvollen Tod der Tiere führen.

Ich persönlich finde es trotz des Rückganges wichtig, den Amphibienschutz und den Naturschutz im allgemeinen weiterhin zu unterstützen, weil es an sich schon eine gute Sache ist, denn jedes Lebewesen hat seinen festen Platz im Kreislauf der Natur und wenn eine Spezies ausfällt, kann das enorme Folgen haben! Dazu kommt noch, dass es einfach Spaß macht!

Zum Schluss noch ein paar Bilder von „gefangenen“ Exemplaren, auf denen auch gut zu sehen ist, dass der Grasfrosch sehr variabel in seiner Färbung ist.

Daniela Krause, 2008

Der Amphibienleitzaun in Melbach wird seit 2015 nicht mehr aufgebaut. In den vorangegangenen Jahren war die Amphibienwanderung über die Straße so sehr zurückgegangen, dass ein Schutzzaun an dieser Stelle keinen Sinn mehr machte.

 

Der Löschteich wird aber weiterhin von Amphibien, vor allem Fröschen, als Laichgewässer genutzt. Vermutlich wandern diese Tiere von der anderen - der Straße entgegengesetzten - den Teich an.  

 

Eva Lisges, Juli 2016

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Foto: Tom Dove
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