Zehn neue Brutplätze für Mauersegler

Denkmalschutz und Artenschutz gehen Hand in Hand: Das Untere Schloss in Siegen bietet zehn neue Brutplätze für Mauersegler.

An der Fassade des Unteren Schlosses auf dem Campus Unteres Schloss der Universität Siegen wurden zehn neue Brutplätze für Mauersegler geschaffen. Sie befinden sich hinter den Verkleidungsbrettern unterhalb der Traufe des Schlossdachs. Um in den dahinter befindlichen Hohlräumen Platz für die Mauersegler zu schaffen, wurden die Bretter an der Nord- und Westseite des Schlossgebäudes jeweils mit länglich-ovalen Einfluglöchern versehen. Die Rückseite der Brutplätze wurde durch Holzplatten vom restlichen Dachstuhlbereich abgetrennt. Maßgeblich angestoßen wurde die Suche nach neuen Brutplätzen von dem NABU-Mitglied und ehemaligen Uni Siegen-Mitarbeiter Alfred Raab, der sich seit 2015 dafür einsetzt, den Vögeln im Bereich des Unteren Schlosses weiterhin eine Heimat zu bieten.

 

„Von außen betrachtet fallen die Einfluglöcher kaum auf und vertragen sich daher optimal mit den Anforderungen des Denkmalschutzes“, sagt Biologie-Professorin Dr. Klaudia Witte von der Uni Siegen, die vor wenigen Wochen auch den Vorsitz des NABU Siegen-Wittgenstein übernommen hat.  Sie hat das Projekt und die Umsetzung begleitet. Dieses Jahr haben leider noch keine Mauersegler in den neu geschaffenen Nischen gebrütet. „Zu Beginn der kommenden Saison werden wir die Vögel mit Mauerseglerrufen an den Brutplätzen anlocken. Dann können wir uns hoffentlich auf eine erfolgreiche Mauersegler-Saison freuen“, erklärt Witte.

 

In der Vergangenheit haben am Unteren Schloss unter anderem Mauersegler und Dohlen gebrütet. Die Nistmöglichkeiten waren jedoch im Rahmen der Sanierungs- und Umbauarbeiten des Unteren Schlosses für die Nutzung durch die Universität weggefallen. Mitarbeiter von NABU und BUND  hatten sich seither mit Vertretern der Universität und des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW  um Ersatz bemüht. Nach verschiedenen Gesprächen und Ortsterminen fanden sie schließlich gemeinsam die neue Lösung, die sowohl den Artenschutz, als auch den Denkmalschutz berücksichtigt.

  

Fotos:  Prof. Dr. Klaudia Witte

Quelle: Meldung auf der Internetseite der Universität Siegen

leicht geändert, September 2020