Niedermoor im Oberen Edertal

 

Äußerst reizvoll und abwechslungsreich gestaltet sich die Landschaft des oberen Edertals, mit artenreichen, extensiv genutzte Wiesen, Niedermooren, Hochstaudenfluren, Büschen und Bäumen; Birkenbrüchen und der naturnahen, mäandrierenden jungen Eder.

Hier, wenige Kilometer unterhalb der Quelle, zwischen „Drei-Fichtenweg“ und der Ortschaft Lützel, besitzt der NABU Kreisverband Siegen-Wittgenstein ein etwa 2500 m² großes Grundstück, das zum größeren Teil ein Niedermoor, zum kleineren Teil mageres Grünland beherbergt und von der Eder durchflossen wird.

Der „Eicherwald“, ein schon seit langem unter Naturschutz stehender Birkenbruchwald, grenzt an einer Seite unmittelbar an. Weitere Offenlandflächen, extensiv genutzt oder brach, befinden sich in der Nachbarschaft, der Rothaarsteig führt, nur durch eine recht hohe Böschung getrennt, vorbei.

Blick über das Grundstück vom Rothaarsteig aus, im Hintergrund der "Eicherwald".
Blick über das Grundstück vom Rothaarsteig aus, im Hintergrund der "Eicherwald".

Die NABU-eigene Fläche ist teilweise extrem nass, das Grundwasser steht hier zeit- und stellenweise bis zur Bodenoberfläche an. Sie wurde früher landwirtschaftliche genutzt, liegt aber nun seit längerer Zeit brach. Entsprechend zeigt sich Vegetation.

 

Beeindruckend ist ein großer Bestand des im Sommer tief rot bis braunrot blühenden Sumpf-Blutauges, (Comarum palustre), das in der „Roten Liste der gefährdeten Pflanzen, Pilze und Tiere in NRW“ von 2011 in die Kategorie 3 (gefährdet) eingestuft ist.
















Das Sumpf-Blutauge (Comarum palustre) mit seinen tiefroten Blüten gedeiht an den nassesten Stellen.



In großer Menge sind auch Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris), verschiedene Seggen- und Binsenarten und Teppiche aus Torfmoos zu finden. Weitere hier wachsende Pflanzenarten sind Teufelsabbiss (Succisa pratensis), Moor- und Sumpf-Labkraut (Galium palustre, G. uliginosum), Sumpf-Schafgarbe (Achillea ptarmica), Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris), Gewöhnliches Pfeifengras (Molinia coerulea) und Hunds-Straußgras (Agrostis canina).

 

 Die meisten der genannten Arten, allesamt typisch für Niedermoore und andere mehr oder weniger nasse Standorte, sind selten geworden oder im Rückgang begriffen. Ursächlich hierfür ist der Rückgang geeigneter Lebensräume: die Entwässerung landwirtschaftlich genutzter Flächen, um diese einfacher bewirtschaften und hochwertigeres Futter oder andere landwirtschaftliche Produkte ernten zu können, spielen hierbei eine wesentliche Rolle.

 

Aufgrund der langen Brachezeit sind einige Gehölze, namentlich Moorbirken und Weiden, aufgekommen, innerhalb der Fläche in relativ geringem, randlich in stärkerem Umfang. Diese wurden im vergangenen Jahr aus der Fläche entfernt. Ziel ist hier, ein offenes Niedermoor zu erhalten und zu entwickeln. Es konnte ein Landwirt gefunden werden, der ab diesem oder dem nächsten Jahr die Fläche mit seinem Roten Höhenvieh beweiden lassen wird.

 

Das obere Edertal ist Teil des fast 3500 ha großen FFH-Gebietes „Rothaarkamm und Wiesentäler“ sowie des gleichnamigen Naturschutzgebietes. Im Jahr 2008 konnte das beschriebene Grundstück mit finanzieller Unterstützung der NRW-Stiftung (Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege) erworben werden.

 

Text und Fotos: Eva Lisges, Juli 2012

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Foto: Tom Dove
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